Periorale Dermatitis

Die periorale Dermatitis, auch rosacea-artige Dermatitis und früher „Stewardess-Krankheit“ genannt, betrifft häufig weibliche Erwachsene jüngeren und mittleren Alters. Aber auch bei Männern und in jedem anderen Alter, auch bei Kleinkindern, kann diese Hautkrankheit auftreten, wobei der Altersgipfel zwischen zwanzig und vierzig Jahren liegt. Bei uns tritt die periorale Dermatitis bei 0,5-1% der Menschen auf. Die periorale Dermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung der Gesichtshaut und führt typischerweise zu rötlichen Papeln (Erhabenheiten) in der Mundpartie (perioral) und/oder der Augenumgebung (periorbital).

Bei ausgeprägteren Formen können die Hautveränderungen im gesamten Gesicht auftreten. Typischerweise bleibt eine schmale Zone in Angrenzung an das Lippenrot ausgespart. Trockene Hauttypen sind häufiger von der perioralen Dermatitis betroffen und oft besteht eine milde atopische Disposition. Daher neigen die Betroffenen im Vorfeld eher zu einer intensiven Pflege der Gesichtshaut mit kosmetischen Produkten.

Die wahrscheinliche Ursache der perioralen Dermatitis ist eine chronische Überfeuchtung und Quellung der Hornschicht der Epidermis durch kosmetische Cremes. Hierdurch kommt es zu einer Störung der Barrierefunktion und zu einer Austrocknung der oberen Hautschichten. Diese führt wiederum zu den nicht ansteckenden, harmlosen aber kosmetisch oftmals sehr störenden Hautveränderungen. Die Gesichtshaut ist häufig leicht geschwollen und wirkt glanzlos. Sie ist z. T. flächenhaft, z. T. fleckig gerötet und weist zahlreiche kleine rote Erhabenheiten (Papeln) auf, die teilweise zusammenfließen. Hierdurch hat die Hautoberfläche eine unebene, „grießelige“ Oberfläche. Bei langzeitiger Überfeuchtung der Epidermis kann es zu einer Vermehrung der Keimflora der Haarfollikel und somit zum Auftreten von kleinen Pusteln kommen. Die Rötung kann, je nach Entzündungsgrad, von fast hautfarben über blassrot bis hin zu dunkelrot variieren. Auch können feine Schuppen auftreten.

Die Betroffenen klagen über Trockenheit, Spannungsgefühl und z. T. Brennen der Gesichtshaut und neigen verstärkt zum Auftragen von feuchtigkeitsspendenden Pflegecremes. Hierdurch verstärken sich die Hautveränderungen und Beschwerden und die periorale Dermatitis wird chronisch. In der Hoffnung auf eine Besserung kommt es meist zu einem häufigen Wechsel der Pflegeprodukte, wodurch der Teufelskreis weiterhin unterhalten wird. Durch Sonnenlicht und künstliche UV-Strahlen kann die periorale Dermatitis verschlimmert aber nicht primär ausgelöst werden.

Wichtigste Voraussetzung für einen Behandlungserfolg ist das Absetzen und konsequente Weglassen aller eigenen kosmetischen Pflegeprodukte. Da abruptes Absetzen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verschlechterung des Hautbefundes führt, sollte die Haut sukzessive und langsam über ein paar Tage von den zuletzt angewendeten Pflegeprodukten entwöhnt werden. Unterstützend empfiehlt es sich, mehrmals täglich Schwarztee-Umschläge durchzuführen. Schwarztee wirkt reizlindernd durch den gerbenden Effekt. Die Umschläge können mit ausgekühltem, starkem, handelsüblichem Schwarztee durchgeführt werden. Zur topischen (äußerlichen) Anwendung kommen weiterhin äußerliche Antibiotika-haltige Cremes oder Gele bzw. eine Rezeptur aus Metronidazol 1-2 % in einer möglichst konservierungsstoff- und duftstofffreien, nicht zu fettigen Grundlage. Bei schwereren Fällen können innerliche Antibiotika erforderlich werden. Als kontraindiziert (nicht geeignet) gelten äußerliche Kortikosteroide (Kortisonpräparate). Nach einer kurzfristigen Befundbesserung führen diese regelmäßig nach Absetzversuchen zu einer Verschlechterung des Hautbildes, wodurch eine Kortisonabhängigkeit der Haut entsteht.

In der Entwöhnungsphase von den bisher verwendeten Pflegecremes kommt es regelmäßig zu einer passageren (vorübergehenden, ca. zweiwöchigen) Verschlechterung der Haut mit subjektivem Trockenheits- und Spannungsgefühl. Dieses gehört jedoch zum Heilungsprozess dazu. Wichtig ist es, dass feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte in dieser Phase so oft wie nötig, aber so selten wie möglich angewendet werden sollten. Nur hierdurch hat die aufgequollene Hornschicht eine Chance, sich zu regenerieren. Im Laufe der Zeit wird das Bedürfnis nach Pflegecremes immer geringer, so dass sich der Heilungsprozess einstellen kann. In den meisten Fällen heilt die periorale Dermatitis durch diese Maßnahmen innerhalb einiger Wochen (bis zu ca. acht Wochen) ab.

Dermakosmetische Basispflege:

Für die Basispflege bei der perioralen Dermatitis gelten die Grundsätze: „weniger ist mehr“ und „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“. Es sollten möglichst fettarme, duftstofffreie und Parabenfreie Cremes oder Gele eingesetzt werden. Die Anwendung der Pflegeprodukte sollte nach Bedarf, das heißt bei ausgeprägtem Spannungs- und Trockenheitsgefühl und nicht zusätzlich nach regelmäßigen Tageszeiten erfolgen. Nur hierdurch lässt sich die Anwendungshäufigkeit auf ein erforderliches Mindestmaß reduzieren. Hat sich die Haut wieder beruhigt und sind die Hautveränderungen abgeheilt, kann der Einsatz von Basispflegeprodukten wieder zu regelmäßigen Tageszeiten erfolgen.

Quellen:
Braun-Falco, Plewig, Wolff, Burgdorf, Landthaler: Dermatologie und Venerologie, 5. Auflage, 2005, Springer Medizin Verlag Heidelberg
Fritsch: Dermatologie und Venerologie, Lehrbuch und Atlas, 1998, Springer-Verlag Berlin Heidelberg

 

DADO SENS Pflegeempfehlung:

  • Basispflege:

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  • Stark gereizte Bereiche/Pickel:  

ProBalance Akut Beruhigende Akut-Creme

  • Sonnenschutz/-pflege:

SUN Sonnen-Gel SPF 15 / SUN Sonnen-Gel SPF 25SUN After Sun Gel