Der Aufbau der Haut

Der Aufbau der Haut
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Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Als Grenzorgan des Menschen zur Umwelt hat sie zahlreiche wichtige Funktionen. Die Haut eines Erwachsenen hat ca. 1,5 bis 2 m2 Oberfläche und wiegt ca. 3 kg, unter Berücksichtigung des Fettgewebes bis zu 20 kg. Die Hautdicke variiert je nach Körperbereich zwischen 1,5 und 4 mm (ohne Fettgewebe). 

Von außen nach innen ist die Haut aus drei Schichten aufgebaut: Epidermis (Oberhaut), Dermis (Lederhaut), Subkutis. Weitere wichtige Bestandteile der Haut sind ihre Anhangsgebilde: Haare, Nägel, Talg- und Schweißdrüsen, die tief in die Lederhaut eingebettet sind. 

Epidermis (Oberhaut) und Stratum corneum (Hornschicht)

Die Epidermis (Oberhaut) ist ein verhornendes Plattenepithel, das die äußerste Hornschicht (Stratum corneum) bildet und trägt. Sie besteht zu 90 % aus hornbildenden Zellen (Keratinozyten). Weiterhin enthält sie pigmentbildende Zellen (Melanozyten) und andere wichtige Zellen des hautassoziierten Immunsystems. Die Epidermis hat eine Dicke von ca. 0,1 mm und besteht aus vier horizontalen Schichten, welche einer Basalmembran als Grenze zur Dermis (Lederhaut) aufsitzen. Die Schichten bezeichnet man als (von innen nach außen): Matrixschicht (Stratum basale), Stachelzellschicht (Stratum spinosum), Körnerschicht (Stratum granulosum), Hornschicht (Stratum corneum). Die Epidermis wird ständig erneuert, die Erneuerungszeit beträgt ca. 1 Monat.

Das Stratum corneum (Hornschicht) bildet die äußerste Grenzschicht der Epidermis und somit eine Barriere gegen die Umwelt. Sie besteht aus einer undurchlässigen Hornschicht, aus 10-20 Zelllagen festhaftender, plättchenhafter Hornzellen (Korneozyten). Diese Hornzellen werden durch hornbildende Zellen der Epidermis (die Keratinozyten) gebildet. Die Hornschicht ist einer ständigen Abschilferung nach außen und Neubildung von innen unterworfen (Erneuerungszeit der Hornschicht ca. 2 Wochen).

Dermis (Lederhaut)

Die Dermis (Corium, Lederhaut) stellt das bindegewebige Stützgerüst der Haut dar und ist Träger der für die Hautversorgung wichtigen Gefäße und Nerven. Sie bedingt die hohe Reißfestigkeit und Elastizität der Haut und besteht aus der oberen Dermis (Stratum papillare) und der tiefen Dermis (Stratum retikulare) mit einer unterschiedlichen Dichte an Kollagenfaserbündeln (Reißfestigkeit) und elastischen Fasern (Elastizität). Im Fasernetz eingebettet liegen die faserbildenden Zellen (Fibroblasten), Immunzellen (z. B. Mastzellen) und andere Gewebszellen. Fasern und Zellen liegen in einer Grundsubstanz aus Eiweißen und Zuckern (Proteoglykanen).

 

 

Subcutis (Unterhaut)

Die Subcutis (Unterhaut), oft auch als Unterhautfettgewebe bezeichnet, ist ein Fettgewebspolster mit den Hauptfunktionen der Wärmeisolierung, Energiespeicherung und der mechanischen Schutzpolsterung. Sie grenzt an die tiefe Dermis an und besteht aus läppchenartig aufgebautem Fettgewebe, welches von Bindegewebssepten durchzogen wird. Diese bilden das Stützgerüst des Fettgewebes und führen Gefäße und Nerven.

 

 

 

 

Haare

Die Haare sind entwicklungsgeschichtlich aus den Schuppen von Fischen und Reptilien hervorgegangen und spezifisch für Säugetiere. Sie sind komplex aufgebaute, unterschiedlich pigmentierte Keratinfäden und haben beim Menschen vor allem Schutzfunktionen (mechanisch, thermisch, Schutz gegen UV, etc.) am behaarten Kopf, Augenbrauen und Wimpern. Weiterhin besitzen sie sensorische und soziale Funktionen. Die Haare sind einem vorgegebenen Zyklus an Wachstums- und Ruhephasen unterworfen.

Man unterscheidet Langhaare (behaarter Kopf), Vellushaare (Körper), Kräuselhaare (Achsel-, Schamhaare), Borstenhaare (Nase, Ohren, Augen). Der behaarte Kopf eines Menschen hat ca. 100.000 Haarfollikel. Das Haar (Haarschaft) steckt in einer Einstülpung der Epidermis (Haarfollikel). Der oberste Teil des Haarfollikels ist trichterförmig erweitert (Infundibulum) und stellt die Mündung von Talg- und Schweißdrüsen dar.

Schweißdrüsen

Beim Menschen unterscheidet man zwei Typen von Schweißdrüsen: apokrine und ekkrine. Apokrine Schweißdrüsen kommen vorwiegend in der Achsel- und Genitalgegend vor und münden in den Haarfollikel. Sie entwickeln sich erst in der Pubertät im Rahmen der Hormonumstellung. Über ihre Funktion und Wirkung ist wenig bekannt. Ekkrine Schweißdrüsen sind unabhängig von Haarfollikeln über den gesamten Körper verteilt. Sie erhalten die Hornschicht feucht und geschmeidig, dienen als Ausscheidungsorgan und spielen eine wichtige Rolle in der Aufrechterhaltung des Wärmehaushaltes (wichtigster Mechanismus bei der Hautabkühlung). Am dichtesten kommen die ekkrinen Schweißdrüsen an den Fußsohlen (ca. 600/cm²), am spärlichsten an den Oberschenkeln (ca. 100/cm²) vor. Insgesamt hat der Mensch ca. 2-4 Millionen Schweißdrüsen; ihr Gesamtgewicht beträgt etwa das einer Niere (100g). Pro Tag kann ein Mensch maximal 10 Liter Schweiß produzieren.

Talgdrüsen

Talgdrüsen sind talgproduzierende Drüsen, die in die oberste Erweiterung des Haarfollikels (Infundibulum) münden (Ausnahme: freie Talgdrüsen der Genitalien und Mundschleimhaut). Als charakteristisches Fettgemisch bildet der Talg die Hauptkomponente des Oberflächenfetts der Haut. Er hält das Haarkleid geschmeidig, wasserabstoßend und bildet ein keimfeindliches Milieu. Je nach der regionalen Dichte der Haarfollikel schwankt die Zahl der Talgdrüsen zwischen 100 und 1.000 pro cm². Die Größe variiert erheblich, je nach Lokalisation. Große Talgdrüsen gibt es z. B. an den fettigen Körperbereichen, den sogenannten seborrhoischen Arealen (Kopfhaut, Gesicht, Brust), kleine z. B. an den Extremitäten.

Vellus-Haarfollikel mit riesigen, viellappigen Talgdrüsen (z. B. im Gesicht) nennt man Talgdrüsenfollikel. Die Zusammensetzung des Talgs ist relativ konstant, unterliegt jedoch einem altersspezifischen Wandel. Auch die Menge an produziertem Talg unterliegt starken individuellen, regionalen und altersmäßigen Schwankungen. Der stärkste Einflussfaktor sind die männlichen Hormone (Androgene), die auch bei der Frau vorkommen. Sie führen zu einem Wachstum der Talgdrüsen und zu einer Beschleunigung der Talgproduktion. Die Fette des Talgs werden in der Talgdrüse gebildet. Ein Vorläufer des Cholesterins, das Squalen, ist ein qualitativ bedeutsames Lipid des Talgs. Die Hauptmasse an Fetten wird jedoch durch verschiedene Triglyzeride und Wachsester gebildet.